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Leitartikel
Zwischen Kreuz und Auferstehung

Zwischen Kreuz und Auferstehung

Leitartikel treffpunkt-kirche Ausgabe 4, April 2017

Am Anfang war die Botschaft von der Auferstehung.

„Jesus von Nazaret, einen Mann, der sich vor euch als Gesandter Gottes ausgewiesen hat durch machtvolle Taten und Wunder und Zeichen, die Gott – wie ihr selbst wisst – mitten unter euch durch ihn getan hat, 23 ihn, der nach Gottes unumstösslichem Ratschluss und nach seiner Voraussicht preisgegeben werden sollte, habt ihr durch die Hand gesetzloser Menschen ans Kreuz geschlagen und getötet. 24 Ihn hat Gott auferweckt und aus den Wehen des Todes befreit, denn dass er in dessen Gewalt bleiben könnte, war ja unmöglich.“

So heisst es in der Apostelgeschichte in der Pfingstpredigt von Petrus.

Es gibt ein Lied aus dem „riseup“, das ich sehr gern bekommen habe. Es kam mehrmals an der Konfirmation vor. Die erste Strophe lautet:

Zwischen Kreuz und Auferstehung
Zwischen Finsterwelt und Tag
Zwischen Angst und heller Freiheit,
leben wir, leben wir.

Wir haben nicht nur die Botschaft vom auferstandenen, von Gott verherrlichten
Jesus Christus, wir haben auch die Botschaft vom leidenden, ans Kreuz genagelten Jesus Christus. Und umgekehrt: Wir glauben nicht nur an den leidenden Gott, wir glauben auch an den Auferstandenen. Wir leben zwischen Kreuz und Auferstehung, zwischen Finsterwelt und Tag. Es heisst, wir sollen unser Kreuz auf uns nehmen, aber es ist uns auch verheissen, dass wir einst an ein Festmahl gehen dürfen. Und es ist verheissen, dass Gott abwischen wird alle Tränen.

Das barmherzige Vorbild Jesu, sein Mitleiden mit uns spornt mich an, eigenes und fremdes Leid zu lindern und zu überwinden. Und wenn mir diese Aufgabe sinnlos erscheint, wenn es flüstert: „wozu?“, dann sage ich mir, dass wir an den Aufer-
standenen glauben dürfen, der das Leben selber ist.

Ich finde es gut, stehen im Freiamt noch manche Wegkreuze mit dem leidenden Christus daran, denn er hat wirklich gelitten. Und es ist gut, sind in den refor-
mierten Kirchen die Kreuze fast immer leer. Denn er ist auferstanden. Frohe Ostern!

                                                                                  Pfr. Christian Scharpf