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Leitartikel
Ökumenische Kampagne „Geld gewonnen, Land zerronnen“

Ökumenische Kampagne
„Geld gewonnen, Land zerronnen“

Leitartikel treffpunkt-kirche Ausgabe 3, März 2017

„Früher haben wir Lastwagen voll mit Gemüse zum Markt gefahren. Heute fahren die Lastwagen mit Gemüse und Mais zu uns. Wir können nicht mehr genug auf unseren eigenen Feldern anbauen, um unsere Familien zu ernähren“ berichtet Don Modesto. Er lebt in der guatemaltekischen Region Jalapa und gehört zu dem Volk der Xincas.

Für die Bäuerinnen und Bauern hat nicht nur der Klimawandel dazu beigetragen, dass es noch schwieriger geworden ist, von der Arbeit auf dem Feld überleben zu können. Bergbauprojekte und riesige Monokulturen von Ölpalmen und Zuckerrohr beschränken die Anbaumöglichkeiten. Für den traditionellen Anbau von Mais, Gemüse und Kaffee werden die Bedingungen immer härter.

Für die indigene Bevölkerung in Guatemala ist der Mais heilig, da daraus gemäss ihren Schöpfungsmythen der Mensch geformt wurde. Mächtige Agrarkonzerne verdrängen nun zunehmend den einheimischen Mais mit günstigem Saatgut aus ihren Laboratorien. Allerdings gedeiht dieser nur durch intensive Behandlung mit teuren Pestiziden und Dünger. Dies führt zu einer Verschuldung der Bevölkerung. Ein Ausweg – wenn auch ein verhängnisvoll kurzer – ist der Verkauf von Land. Diese Entwicklung bedeutet für die Bevölkerung zunehmend den Verlust der eigenen Lebensgrundlagen und ist ein wesentlicher Faktor für die Verarmung. Diese Situation nimmt die Ökumenische Kampagne von BROT FÜR ALLE und FASTENOPFER mit dem Slogan „Geld gewonnen, Land zerronnen“ auf.

Stellen Sie sich vor, Sie würden vom Hasenberg in Richtung Lindenberg schauen und nur Ölpalmen sehen. Zudem wären die Siedlungen im Freiamt plattgewalzt und verschwunden. Dieses Bild findet sich in Guatemala, wo die Agrarkonzerne mit dem günstig erworbenen Land grosse Plantagen anlegen, vornehmlich mit Ölpalmen in Monokultur. Dies führt zu einer Zerstörung der vielfältigen Natur, das ökologische Gleichgewicht gerät durcheinander, es resultiert eine klimatische Veränderung.

Unsere Kirchgemeinde hat als gemeinsames Sammelziel ein Projekt von FASTENOPFER und BROT FÜR ALLE aus der Agenda 2017 ausgesucht (siehe 20. bis 23. März) mit dem Schwerpunkt, die Ernährung der guatemaltekischen Bevölkerung zu sichern und ihr zu ermöglichen, die kulturelle Identität selbstbewusst zu leben. Die konkreten Schritte des Projekts finden Sie auf der Rückseite des Einzahlungs-
scheines, der auf Seite 4 des aktuellen "treffpunkt-kirche" gedruckt und perforiert bereit zum Herauslösen ist – mit der Bitte, diesen für Ihre Spende zu verwenden.

Der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung „reformiert.“ liegt die traditionelle Agenda bei, diesmal unter dem Motto: WEGE DURCHS LEBEN. Sie finden darin anregende Gedanken zu Themen, die unser Leben wertvoll machen. Am 25. März werden wiederum Jugendliche in und um die Einkaufsmärkte Fairtrade-Rosen für 5 Franken verkaufen. Während der Passionszeit finden verschiedene ökumenische Suppentage statt, die im Monatskalender auf Seite 8 publiziert sind.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Interesse und wünschen Ihnen eine besinnliche Passionszeit.

Für die Arbeitsgruppe
Oekumene, Mission und
Entwicklungszusammenarbeit (OeME)
Hans E. Jakob, Pfarrer