Bellikon, Berikon, Bremgarten, Eggenwil, Fischbach-Göslikon, Hermetschwil-Staffeln, Künten,
Niederwil-Nesselnbach, Oberwil-Lieli, Rudolfstetten-Friedlisberg, Widen, Zufikon
Leitartikel
Und das Licht scheint in der Finsternis

Und das Licht scheint in der Finsternis
und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Johannes 1,5

Leitartikel treffpunkt-kirche Ausgabe 11, November 2017

Das Licht nimmt ab. Die Tage werden kürzer. Das Dunkel wird finster. Die Nächte länger. Am Morgen drückt der Nebel. Oder zeichnet die Landschaft weich, hüllt alles ein. Der Blick richtet sich nach innen. Die Gedanken schweifen. Sie ziehen in ver-gangene Zeiten voller Licht und Wärme. Der Sommer lebt in der Erinnerung. Die Verstorbenen auch. Das Herz wird weit in Liebe zu ihnen. Und eng zugleich im Schmerz. Was war, wird so nicht mehr kommen. Und doch war alles echt, nicht bloss Trugbild. Das Licht. Die Wärme. Die Liebe. Alles da. Jetzt zünden wir Kerzen an. Sie erhellen unsere Finsternis. Wärmen unsere frierenden Seelen. Das Licht spiegelt sich in unsern Tränen, bis diese leuchten wie Perlen. Das Dunkel schwappt wie Wasser. Leckt an unsern Knöcheln. Doch überfluten wird es uns nicht. Denn das Licht ist da. Es zaubert stille Geborgenheit. Behütet uns in den Untiefen des Lebens.

Was auch immer wir betrauern, ob den Tod für uns bedeutsamer Menschen, ob ei-
genes nicht gelebtes Leben, ob den Verlust körperlicher Unversehrtheit – was es auch sei: Das Licht scheint in der Finsternis. Die Sonne dringt durch den Nebel. Die Hoffnung wächst. Und der Engel spricht: Wechselnde Pfade, Schatten und Licht: Alles ist Gnade, fürchte dich nicht (baltischer Hausspruch).

Ich wünsche Ihnen einen heilenden November

Herzlich grüsst Sie

Rahel von Siebenthal