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Leitartikel
Was macht Kirche aus?

Was macht Kirche aus?

Leitartikel treffpunkt-kirche Ausgabe 4, April 2018

Dass Jesus Männer und Frauen nachfolgten, von seinen Worten und Taten ergriffen waren, berichten die Evangelien. Doch wie weitermachen nach den Ereignissen in Jerusalem nach dem letzten Abendmahl Jesu, das für uns das erste Abendmahl wurde? Jesus wird gekreuzigt, stirbt und wurde von den Toten erweckt. Sie, die dabei waren, die Augenzeugen wurden, sie hätten zurückkehren können in ihr altes Leben; für sich allein glauben können oder eben den Glauben verlieren. Doch dann wäre wohl aus den ersten Christinnen und Christen nur ein Häuflein geblieben.

Dennoch entwickeln sich Gemeinden auf der damalig bekannten Erde. Verschiedene Gemeinden. Aber was eint diese Gemeinden oder was macht Kirche aus?

Es ist das Bekenntnis zu Jesus Christus. Aus ihm bekommt Kirche ihr erstes Merkmal: Einheit.
Wir sind Nachfolgerinnen und Nachfolger der Apostel. Apostolizität als Wesens-
merkmal der Kirche ist es, in dieser Nachfolge weiterzugehen und unseren Glauben zu bezeugen. Daher sind nicht nur Pfarrerinnen und Pfarrer, Diakoninnen und Diakone, in der Gemeinde gewählt, sondern jede und jeder einzelne dazu berufen. In der Kirchenpflege wird dies sichtbar, erfahrbar und durch die Gemeinde wählbar.

Ein weiteres Wesensmerkmal ist die Heiligkeit. Für uns Reformierte, die wir weder heilige Menschen noch heilige Orte oder Gegenstände kennen, ist die Heiligkeit in der Schrift zu suchen und zu finden. Dass auch die Apostel hierbei nicht nur Heilige, sondern auch Sünder waren, hören wir in der Passion am Karfreitag: Lügen, Müdig-
keit, Verrat.

Das vierte Merkmal ist die Universalität von Kirche. Werden Gemeinden verfolgt, dann kann es anderen Gemeinden nicht gleichgültig sein. Ich bin überzeugt, dass die Universalität gerade in Krieg, Vertreibung und Ausbeutung sichtbar wird. Das hat auch in der Reformierten Kirche Tradition: Denken Sie an die Hugenotten oder die ungarischen Reformierten, die in der Schweiz aufgenommen wurden.

381 n.Chr. wurde dieses Bekenntnis in Konstantinopel niedergeschrieben: der Glaube an eine heilige, allgemeine und apostolische Kirche. Heute heissen diese Merkmale Notae ecclesiae.

Im Namen der Kirchenpflege und aller Mitarbeitenden wünsche ich Ihnen gesegnete Kar- und Ostertage und lade Sie herzlich ein, mit uns die drei österlichen Tage zu feiern: beginnend mit dem Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu am Gründon-
nerstag, der Feier der Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu am Karfreitag und der Auferstehung Jesu am Ostersonntag.

                                                                                         Ihr Pfr. Sebastian Rückel